Rudolf Bures

Schreibmaschinenmechaniker. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1902    † 1944

 

Lebenslauf

Rudolf Bures wurde am 10.4.1902 in Eisgrub (Lednice in Südmähren) geboren. Er arbeitete als Schreibmaschinenmechaniker. Bis 1934 war er bei der SDAPÖ. Er war auch Mitglied des republikanischen Schutzbundes und der Gewerkschaft der Metallarbeiter.

1934 Mitglied der KPÖ, Anhaltelager Wöllersdorf, "Rote Hilfe", Funktionär

1934 wurde Rudolf Bures Mitglied der KPÖ. Er wurde dann im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. 1939 spendete er für die "Rote Hilfe" und war Funktionär in Wien-Brigittenau

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 1. 2. 1943 wurde Rudolf Bures verhaftet und am 7. 3. 1944 gemeinsam mit Karl Hofer, Richard Eibel, F. Eibel, Josef Hoffmann, Karl Kaluzik und Emmerich Zach (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 21.11.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Sämtliche Angeklagte haben sich somit für die illegale KPÖ betätigt. Ob die Beiträge, die im Einzelnen durch ihre Hände gingen hierbei für die ’Rote Hilfe‘ oder für die KPÖ selbst waren, konnte dahingestellt bleiben, denn die Angeklagten wussten also als politisch erfahrene Menschen, dass die ’Rote Hilfe‘ nur eine Nebenorganisation der KPÖ ist, die das Solidaritätsgefühl und die Kampfgemeinschaft stärken und bisher Außenstehende unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit für sich gewinnen soll. Die Angeklagten wollten auch für die KPÖ tätig sein, sie wollten nicht nur politische Gefangene aus Mitleid unterstützen. Sie sind alle alte Marxisten, zum Teil alte Kommunisten und haben sich später nach dem Umbruch in den ehemals österreichischen Gebieten in der KPÖ zusammengefunden, um nunmehr als überzeugte Kommunisten die bekannten Gewaltziele der KPÖ gegen die nationalsozialistische Reichsführung mit durchsetzen zu helfen. (…) Kommunistische Zersetzungsarbeit im Krieg begünstigt aber den Feind des Reiches. Das war den Angeklagten bekannt. Sie haben sich sogar mit vollem Vorsatz auf die Seite des Feindes des Reiches gestellt, denn als kommunistische Hochverräter wollen sie in erster Linie den Kampf der Sowjets gegen das Reich unterstützen und machten sich damit zum Bundesgenossen dieses erbittertsten Reichsfeindes (…) Die Angeklagten sind daher ihrem eigenen Volke in seinem Schicksalskampf gegen die Plutokratie und den Bolschewismus in den Rücken gefallen. Mögen sie zum Teil auch früher Not gelitten und eine schlechte Jugend gehabt haben, so lässt das ihre Tat nicht milder erscheinen, durch die sie ihr eigenes Volk mitten im Krieg verrieten. Sie hatten jedenfalls nach dem Umbruch einen ausreichenden Verdienst und nicht die geringste Ursache, mit den politischen Verhältnissen unzufrieden zu sein. Durch ihre schwere Verratstat haben sie sich für immer ehrlos gemacht und mussten, um der Sicherheit des Reiches Willen, zum Tode verurteilt werden.“

Gedenktafel

Sein Name steht auf einer 1949 enthüllten Gedenktafel in der Österr. Postsparkasse (Wien 1, Georg Coch-Platz 2).

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quelle

Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer", Sternverlag, 4. Auflage, Wien 2017 - Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen


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